Betriebsübernahmen im Blindflug?

Betriebsübernahmen im Blindflug?

Maria Pütz-Willems

Liebe Insider,


kann man Indisch denken und Deutsch agieren? Theoretisch geht das, aber die unterschiedlichen Kulturen und Definitionen von Qualität und Profit kommen dann doch durch – in den "kleinen" Dingen des Arbeitslebens. Unser erster Artikel heute erläutert die Struktur von PRISM wieder ein Stückchen tiefer – um die Grösse dieses Tech-Giganten und den Antrieb des Hotel-Betreibers zu verstehen. Was sind "Storefronts"? Diese ungewöhnliche Zählweise (für Europäer) zeigt u.a., wie klein der Hotelpart in Europa ist im Vergleich zu allen anderen Unterkunftstypen. Also werden sie noch mehr Hotels in Deutschland übernehmen als die 24, die PRISM diese Woche bestätigt hat. Ja, die Verträge sind offiziell unterschrieben, so die indische PR-Managerin. Wir haben mit der Namensliste gegengecheckt, ob alle Hotels noch buchbar sind.


Das Management von PRISM gibt sich offen und beantwortet Fragen freundlich und höflich. Durch den IPO-Antrag aber sind viele Auskünfte gegenüber der Presse stark limitiert, so dass wir in unser eigenes, grosses Netzwerk eingetaucht sind. Gesehen haben wir viel Nervosität und Merkwürdigkeiten bei den ersten "Betriebsübernahmen im Blindflug".


Plötzlich steht unerwartet ein Controller aus Indien in der Lobby, System-Zugänge werden adhoc verlangt, die Hotel-Teams sind frustriert, spontan Gekündigte zittern noch. Und genau wie einst, als die US-Ketten den Schritt nach Europa wagten, sind es jetzt die Inder, die sich mit deutschem Recht schwertun, z.B. beim Betriebsrat und der DSGVO. Unsere Quellen machen auf Schwächen in der operativen Umsetzung aufmerksam – mehr als wir heute beschreiben. Die meisten nennen es deshalb Chaos, hinter vorgehaltener Hand.

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Herbe Rückschläge und viel Motivation

Herbe Rückschläge und viel Motivation

17.7.2026

Liebe Insider,


Neues vom Gericht: Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) hatte in einem Verfahren in Amsterdam beantragt, eine Untersuchung der Geschäftsabläufe und der Geschäftsführung der Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. (GMH) durchzuführen, den Vorstand zu suspendieren und eine unabhängige Person (eine Anwältin) zum Vorstand zu benennen. Dem hat das Gericht gestern stattgegeben. Beide Unternehmen sind über ein Joint Venture miteinander verbunden.


Die GMH Holding B.V. gab gestern in einer eigenen Pressemitteilung die "Trennung"  bekannt. Eine Einigung mit der VZB war offensichtlich nicht mehr möglich. Smura verweist darauf, dass die B.V. eine Beteiligungsholding in der bisherigen Struktur sei und nicht mit der GMH Gruppe gleichzusetzen sei.


Und wir bleiben noch in Amsterdam. Dieses Mal haben die niederländischen Hoteliers die Stadt vors Gericht gezerrt – weil sie knallhart und konstant die Steuern bis 2031 erhöhen wird. Der erste Schritt war am 1. Januar dieses Jahres die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 9 auf 21%. Dann kommt noch die Touristensteuer dazu. Und schon zahlen sie statt 100 Euro fürs Zimmer aktuelle 133,50 Euro und im Jahr 20321 werden es 141 Euro sein. Krass. Die ersten Folgen sind schon da.

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