Das gute alte Geschäftsmodell: Bleib bodenständig

Das gute alte Geschäftsmodell: Bleib bodenständig

Maria Pütz-Willems

Liebe Insider,


heute plädiere ich für das Konservative. In einer Zeit, in der die Statistik der deutschen Hotellerie die meisten Insolvenzen in der Wirtschaft bescheinigt, hat es gutgetan, mit Yoram Biton von Leonardo Hotels zu sprechen. Heute einen Gewinn zu erzielen, "ist gar nicht einfach", unterstreicht er nüchtern. "Es ist harte Arbeit." Deshalb wächst Leonardo nur überlegt, Franchise kostet zu viel Geld und nur der Rent Cover zählt. Das Geschäftsmodell dieses Betreibers lautet "bleib bodenständig und diszipliniert". Yoram schaut jeden Monat mit jedem Area Manager die P&L an.


Manchem Investor fehlt eine dieser Eigenschaften. Diese Woche gab Deka Immobilien seinen neuen Betreiber für das W Amsterdam bekannt: Corendon. Das Unternehmen kommt aus der Türkei, aus dem Tourismus und betreibt jetzt erstmals ein Luxus-Lifestyle-Hotel. Allerdings ohne die Restaurants. Diese darf Liran Wizmann weiterführen. Es ist alles vertraglich geregelt, aber natürlich geheim. Der frühere Betreiber, der Deka Immobilien 23 Millionen Euro Miete schuldet, bleibt also ein Geschäftspartner? Eine intransparente Kommunikation wirft jedenfalls noch mehr Fragen auf. Meine acht Fragen (u.a. darüber, wie Deka Immobilien gegenüber seinen Anlegern sicherstellt, regelmässig die Miete zu bekommen) wurden mit vier Sätzen abgetan. Haben Anleger denn gar keine Fragen?

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Viel Bewegung in der Krise

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24.4.2026

Liebe Insider,


es ist schon ungewöhnlich, in den Quartalsergebnissen von Tourismus-Unternehmen zu lesen, wie viel Kerosin sich z.B. die TUI für ihr Sommergeschäft gesichert hat. Oder umgekehrt, im positiven Sinne, dass Scandic betont, nicht direkt unter der geopolitischen Lage zu leiden Auch die Ketten bleiben vorsichtig, wie Accor, Scandic, die TUI und auch die GHA in ihren Q1-Zahlen darlegen. Der Iran-Konflikt lässt alle zittern, rund um den Globus. In Deutschland melden die ersten Reiseveranstalter bzw. Reisebüros Kurzarbeit an.


In den USA hat das Fussball-WM-Drama begonnen. In Philadelphia sagte die FIFA 2.000 von 10.000 reservierten Zimmern ab.  Tausende Hotelzimmer wurden an allen 16 Fussball-WM-Austragungsorten storniert. Die Buchungen bleiben hinter den Prognosen zurück, normale Fans können die Preise nicht mehr zahlen, zahlungskräftige gibt es aber auch noch nicht in Massen. Der goldene Sommer fällt aus. MAGA.


Zurück nach Deutschland, wo sich der Geschäftsreise-Markt verändert. Es sind die kleinen Verschiebungen, die zeigen, dass momentan die Kostenkontrolle Vorfahrt hat. Das heisst z.B. weniger fliegen, mehr Bahn. Oder Reisen ja, aber nicht mehr im eigenen Land, lieber zu den (günstigeren) Nachbarländern. In Österreich könnten Geschäftsreisende der Gastronomie Gutes tun: Der Druck auf diese Branche ist ebenfalls heftig, wie Zahlen zeigen.

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