Massentourismus: Wege aus der Zwickmühle

Massentourismus: Wege aus der Zwickmühle

La Rambla, Spain
Menschenmassen in Barcelona: Die Flaniermeile Las Ramblas platzt regelmässig aus allen Nähten. / © Nikolaus Bader, Pixabay

Menschen und Natur leiden unter den Touristenmassen, doch die Wirtschaft kann auf diese Einkommensquelle nicht verzichten: Wie schafft man den Weg von Overtourism zu nachhaltigem Destination Management? 

Dass die Bekämpfung von Übertourismus von entscheidender Bedeutung ist, zeigen nicht nur die jüngsten Proteste in Spanien: 61 Prozent der Reisenden haben im vergangenen Jahr Reiseziele aufgrund dieses Phänomens gemieden. Es liegt also auch im Interesse der Reiseziele und Unternehmen vor Ort, einen ganzheitlichen, datenbasierten Ansatz verwenden, um ein Gleichgewicht zwischen lokalen Ressourcen, dem Wohlergehen der Gemeinschaft und des touristischen Wachstums herzustellen. 


Das Whitepaper "A Roadmap to Move Destinations Away from Overtourism", das von Mabrian, einem Unternehmen für Reiseinformationen, in Zusammenarbeit mit Phocuswright entwickelt wurde, will darauf Antworten geben und einen Leitfaden für Reiseziele bieten, um diesen die Entwicklung ihrer eigenen Nachhaltigkeitsmodelle für den Tourismus zu erleichtern.


Die vorgestellten Indikatoren stehen in Wechselwirkung zueinander und können je nach den konkreten Bedingungen des jeweiligen Reiseziels für unterschiedliche Zielsetzungen eingesetzt werden.

  • Verteilung touristischer Ausgaben: Neben der Messung der Ausgaben pro Besucher und Bereich ist es wichtig zu verstehen, wie diese verteilt sind. In einem weniger von Übertourismus betroffenen Reiseziel sind in der Regel die Punkte, an denen Touristen Geld ausgeben, gleichmässiger verteilt. Dies kommt sowohl der Wirtschaft als auch dem lokalen Wohlstand zugute.
  • CO2-Emissionen: Die Verringerung der Emissionen ist entscheidend für die Minimierung der Umwelt-Auswirkungen von Reisen – insbesondere, da der Flugverkehr 55 Prozent des CO2-Fussabdrucks des Tourismussektors ausmacht (laut Travel Foundation Report). Die Analyse der CO2-Emissionen nach Herkunftsmarkt und Besucher sowie das Verhältnis zwischen den Ausgaben der Reisenden und den verursachten Emissionen kann Reisezielen helfen, nachhaltiger zu werden.
  • Konzentration des Tourismus-Angebots: Dichte und menschlicher Druck werden eher mit Übertourismus als mit Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht? Nicht unbedingt. Laut Daten von Phocuswright haben 43-61 Prozent der Reisenden im vergangenen Jahr Reiseziele aus Gründen der Nachhaltigkeit gemieden, 13-21 Prozent finden den Besuch von weniger überlaufenen Reisezielen nachhaltig.
  • Wahrnehmung der Nachhaltigkeit: Ein wirksamer Ansatz zur Bekämpfung des Overtourism ist die Abstimmung der politischen Entscheidungen und deren Auswirkungen sowohl auf Einheimische als auch auf Besucher. So könnte man die als "Nachhaltigkeits-Dissonanz" bezeichnete Kluft zwischen der Absicht, nachhaltig zu reisen, und den tatsächlichen Entscheidungen der Reisenden, verringern. 


Reasons for avoiding a destination - Chart

Immer mehr Menschen meiden stark frequentierte Reiseziele.Phocuswright

Reasons for avoiding a destination - Chart


Im Whitepaper werden nicht nur Massnahmen zur Messung und Bekämpfung der Saisonabhängigkeit vorgeschlagen, sondern auch Strategien zur Erweiterung der Motivations-Diversifizierung und zur Verringerung der Abhängigkeit, indem man sich auf ein vielfältiges Angebot an Aktivitäten, Attraktionen und touristischen Produkten stützt. Dies trage zu einer geringeren Dichte der Gebiete und einer geringeren saisonalen Nachfrage bei, sowie zur Entwicklung alternativer, gleichmässiger über das Gebiet und das Jahr verteilter Events.


Das Whitepaper "A Roadmap to Move Destinations Away from Overtourism" kann hier heruntergeladen werden. / red

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