Accor verbannt Asset Light
Neuer CEO Sébastien Bazin definiert Werte und Unternehmensstruktur neu
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Paris. Accors neuer CEO Sébastien Bazin möchte offenbar an seinem Image arbeiten und "menschlicher" und weniger "unersättlich" erscheinen und zeigte sich letzten Freitag vor den Accor-Mitarbeitern von seiner emotionalen Seite.
Erst am Anfang
München. Die Entlassung von Accor-CEO Denis Hennequin ändert nichts an der bestehenden Strategie des Konzerns, heisst es. Allenfalls am Tempo, das den beiden Hauptaktionären Colony Capital und Eurazeo zu langsam ist. Dass deren Wille zählt, spürte man auch daran, dass die Durchsetzung von Asset Light nach dem jüngsten CEO-Rausschmiss mehrfach und fast schon aggressiv wiederholt wurde. Was bedeutet das für Accor in Deutschland, dem zweitgrössten Hotel-Markt für die Franzosen? Wie schnell lassen sich Accors Vertragsverhältnisse in dem Land drehen, das weder Management noch Franchise mag? Michael Mücke, Geschäftsführer und Generaldirektor Economy-Marken von Accor Deutschland, über den aktuellen Stand von Asset Light in Germany.
Matrix mit Unbekannten
Paris. Selten lädt das Accor-Management ausländische Journalisten nach Paris ein, nun gleich zweimal innerhalb von drei Monaten. Erst der ibis-Relaunch, jetzt die Neu-Organisation nach Marken. Erstmals fokussiert die bisher stark expandierende Kette nicht mehr auf Regionen. Sie pusht auf ihre Marken – aber... Und mit diesem "aber" beginnt Accors grösstes Marken-Abenteuer. Denn die Neu-Organisation betrifft nicht alle Marken weltweit, sondern nur acht von zehn Marken. Gleichzeitig betrifft sie nicht alle 92 Länder, in denen Accor rund um den Globus vertreten ist, sondern nur 15 europäische. Das Modell ist ausserdem kniffelig, weil Führungskräfte gleich Zwei- und Dreifach-Aufgaben übernehmen und ganze Abteilungen mal dem Headquarter, mal den neu geschaffenen Markenteams zugeordnet sind. Vieles ist strukturiert, viele Abstimmungsfragen aber werden sich erst noch auftun. Das ist jetzt schon absehbar.