
Liebe Insider,
heute plädiere ich für das Konservative. In einer Zeit, in der die Statistik der deutschen Hotellerie die meisten Insolvenzen in der Wirtschaft bescheinigt, hat es gutgetan, mit Yoram Biton von Leonardo Hotels zu sprechen. Heute einen Gewinn zu erzielen, "ist gar nicht einfach", unterstreicht er nüchtern. "Es ist harte Arbeit." Deshalb wächst Leonardo nur überlegt, Franchise kostet zu viel Geld und nur der Rent Cover zählt. Das Geschäftsmodell dieses Betreibers lautet "bleib bodenständig und diszipliniert". Yoram schaut jeden Monat mit jedem Area Manager die P&L an.
Manchem Investor fehlt eine dieser Eigenschaften. Diese Woche gab Deka Immobilien seinen neuen Betreiber für das W Amsterdam bekannt: Corendon. Das Unternehmen kommt aus der Türkei, aus dem Tourismus und betreibt jetzt erstmals ein Luxus-Lifestyle-Hotel. Allerdings ohne die Restaurants. Diese darf Liran Wizmann weiterführen. Es ist alles vertraglich geregelt, aber natürlich geheim. Der frühere Betreiber, der Deka Immobilien 23 Millionen Euro Miete schuldet, bleibt also ein Geschäftspartner? Eine intransparente Kommunikation wirft jedenfalls noch mehr Fragen auf. Meine acht Fragen (u.a. darüber, wie Deka Immobilien gegenüber seinen Anlegern sicherstellt, regelmässig die Miete zu bekommen) wurden mit vier Sätzen abgetan. Haben Anleger denn gar keine Fragen?
Heute bin ich aber auch konservativ eingestellt. Da lasse ich mich lieber ablenken von Celine Dion. Der Superstar wird mit seinen 16 Konzerten im Herbst über 1,2 Milliarden Euro in Paris lassen. Ihr "Hotelpartner" ist Marriott, nicht Accor. 180 Millionen werden direkt in die Hotels fliessen. Diesen warmen Geldregen werden viele Pariser Hotels zu schätzen wissen; aktuell fehlen ihnen die internationalen Gäste.
Premier Inn hält mich bei guter Laune; beim Schreiben dieser Zeilen hat das Whitbread meine tiefergehenden Fragen beantwortet. Der neue 5-Jahresplan, der zweite seit Januar 2026, enthält sehr anspruchsvolle Zielvorgaben bis 2031 und der Verkauf von Restaurants und Hotels ist ein fraglicher Schachzug, wenn man gleichzeitig kräftig wachsen und massiv Kosten sparen will.
Unsere Meldungen schütteln uns heute durch emotionale Hochs und Tiefs. Deutschland: Der Geschäftsreise-Markt erlebt derzeit einen klaren Strukturbruch, zeigt das jährliche EventBarometer. Die Firmenpleiten in der Hotellerie sind auf Rekordhoch. Vorsicht beim Online-Check-in für Ihren nächsten Flug: Es gibt neue Abzocke-Methoden.
Schauen Sie auch genauer nach China: Der nächste 15-Jahresplan für Robotics und KI wurde vorgestellt; der Forschung folgt nun die Umsetzung in den Alltag. Umso schöner dieser Kontrast: Von Oma lernen, wie die Pasta gemacht wird – das sind die neuen "Experience"-Wünsche der Urlauber.
Von der italienischen Kartellbehörde wird Booking vermutlich viel lernen: Angeblich poppten in der Suche Ergebnisse basierend auf höheren Provisionen auf, so der Vorwurf. In Paris bestraft ein Gericht einen Eigentümer dafür, der ein ganzes Haus in nicht registrierte Kurzzeit-Apartments umwandelte.
Mit jeder neuen Q1-Bilanz, die in diesen Wochen bekannt werden, sieht und spürt man auch die Vulnerabilität durch den Iran-Konflikt. Hyatt, Marriott und IHG haben ihre Ergebnisse veröffentlicht. Der deutsche Betreiber MHP berichtet hingegen nur Positives.
Neue Ideen? Valamar, die grösste Hotelgruppe Kroatiens, gehört auch zu den finanzstarken. 200 Millionen sind in ihr jüngstes 5-Sterne-Hotel geflossen. Und das Haus öffnet sich erstmals auch gezielt für die Locals: Sie haben zu allen Leisure-Angeboten und Aktivitäten Zugang! Einheimische und Touristen verschmelzen – diese Vision setzt Valamar jetzt um. Lesen Sie es auf unserem Marketplace. Valamar stellt Ihnen den neuen Ansatz im Rahmen unserer Content Partnerschaft vor.
Wir denken ab jetzt nur noch an den HITT Think Tank: Am Montag und Dienstag werden wir wieder in Brüssel die neuesten Entwicklungen in Nachhaltigkeit und Innovation/KI kennenlernen. Die Briefings sind durch, die Impulsgeber hochmotiviert. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen und Gespräche. Nächsten Freitag gibt's dann die erste Zusammenfassung und Bilder. www.hitt.world
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Die koreanische K-Pop-Gruppe BTS ist in der Lage, das Stade de France innerhalb von Minuten auszuverkaufen. Neun Millionen Personen nehmen an einer Lotterie für Tickets 16 Abende mit Céline Dion teil. Beide Ereignisse könnten der Wirtschaft in Paris 1,2 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Die meisten Hotels haben ihre Raten nicht angepasst. Marriott sicherte sich die Partnerschaft mit Céline Dion, nicht Accor.
Zusammen mit den Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2026, die Whitbread vor einer Woche vorgelegt hat, gab das Unternehmen auch einen neuen Fünfjahresplan bekannt. Es überraschte alle mit neuen, ehrgeizigen Kostensenkungen und De-Investments. Das Portfolio an eigenen Hotels schrumpft, Markenrestaurants stehen nicht mehr zur Debatte, und die Hotelrestaurants werden umgestaltet. Der Vorstand konzentriert sich voll auf Tempo und Rendite.
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HITT 2026 - Bald ist es soweit. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch!
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