
Eine Branche unter Druck
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Betriebsübernahmen im Blindflug?
Liebe Insider,
kann man Indisch denken und Deutsch agieren? Theoretisch geht das, aber die unterschiedlichen Kulturen und Definitionen von Qualität und Profit kommen dann doch durch – in den "kleinen" Dingen des Arbeitslebens. Unser erster Artikel heute erläutert die Struktur von PRISM wieder ein Stückchen tiefer – um die Grösse dieses Tech-Giganten und den Antrieb des Hotel-Betreibers zu verstehen. Was sind "Storefronts"? Diese ungewöhnliche Zählweise (für Europäer) zeigt u.a., wie klein der Hotelpart in Europa ist im Vergleich zu allen anderen Unterkunftstypen. Also werden sie noch mehr Hotels in Deutschland übernehmen als die 24, die PRISM diese Woche bestätigt hat. Ja, die Verträge sind offiziell unterschrieben, so die indische PR-Managerin. Wir haben mit der Namensliste gegengecheckt, ob alle Hotels noch buchbar sind.
Das Management von PRISM gibt sich offen und beantwortet Fragen freundlich und höflich. Durch den IPO-Antrag aber sind viele Auskünfte gegenüber der Presse stark limitiert, so dass wir in unser eigenes, grosses Netzwerk eingetaucht sind. Gesehen haben wir viel Nervosität und Merkwürdigkeiten bei den ersten "Betriebsübernahmen im Blindflug".
Plötzlich steht unerwartet ein Controller aus Indien in der Lobby, System-Zugänge werden adhoc verlangt, die Hotel-Teams sind frustriert, spontan Gekündigte zittern noch. Und genau wie einst, als die US-Ketten den Schritt nach Europa wagten, sind es jetzt die Inder, die sich mit deutschem Recht schwertun, z.B. beim Betriebsrat und der DSGVO. Unsere Quellen machen auf Schwächen in der operativen Umsetzung aufmerksam – mehr als wir heute beschreiben. Die meisten nennen es deshalb Chaos, hinter vorgehaltener Hand.
