
Liebe Insider,
rauf und runter, runter und rauf… So fühlt sich die heutige Ausgabe an. Je nach Land fährt die Hospitality-Branche Berg- und Talbahn. In Highspeed. Wer aus der Kurve fliegt, meldet Insolvenz an. Wer den Aufwind nutzt, geht an die Börse. Dazwischen gibt es viel Druck und wenig Möglichkeiten.
Familien-geführte Hotels oder kleine Hotelgruppe haben es oft noch schwererer als Kettenhotels, und das gilt nicht nur für Italien. Ihr Plus sind oft hervorragende Lagen, ihr Minus das Loch in der Kasse. Ausländische Investoren, meist Private Equity, wittern hier viele günstige Assets von deprimierten Familien zwischen Strand und Berge, von Hostels bis Boutique-Lifestyle-Hotels. Und sie sehen die neuen Flugrouten, die immer mehr Reisende ins Dolce-Vita-Land bringen.
In und nach Deutschland steigen immer weniger Geschäftsreisende ins Flugzeug ein. Das spürt das Serviced-Apartment-Segment. Das Verhältnis von Business zu Leisure hat sich in diesem Jahr komplett gedreht, und die Volatilität der klassischen Hotellerie legt sich jetzt auch über diesen Unterkunftstyp, den Investoren trotzdem noch mögen.
Adrian Lindner sitzt jetzt nicht mehr im Rollercoaster, sondern in der Gondel nach oben: Er hat seine Cousinen und Vetter dazu bewegt, sich an der "neuen" Lindner Hotels AG zu beteiligen. Otto Lindner, der bisherige Hotelier im Familien-Imperium, ist nicht mehr Gesellschafter. Wir haben uns die Strukturen genauer angesehen.
Und das Gleiche werden wir weiter tun bei der AHC International Consulting AG, hinter der der Gründer von Amedia Hotels, der Österreicher Udo Chistée, steht. Die Entwicklung der Gruppe ist nur schwer nachzuvollziehen, der Hotelier liebte es im Hintergrund zu bleiben. Nun steht die AHC im Konkursverfahren, angeblich geht es um 100 Millionen Euro Schulden, oder noch mehr. Wir haben mit dem Insolvenzverwalter gesprochen.
Sehr transparent sind die tief-roten Zahlen des deutschen Gastgewerbe im 3. Quartal. Die Branche ist ganz nah dran, aus der Kurve zu fliegen. Und noch mehr Druck legt sich auf die Schultern von allen Hoteliers und Gastronomen, wie ein brandaktueller Mehrwertsteuer-Report vorrechnet: Eine europaweite Erhöhung der Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt könnte die Einnahmen der Branche um etwa 8 Milliarden Euro reduzieren und zum Verlust von 100.000 Arbeitsplätzen führen.
In den USA stehen die OTAs derzeit unter Druck, weil ihr eigener Wettbewerb heftig geworden ist. Unter einem ganz anderen, eher positiven Druck steht Ennismore: Die Lifestyle-Sektion von Accor bereitet sich auf den Börsengang vor. Das Board hat den Plan, der bisher ein offenes Geheimnis war, endlich abgesegnet.
Im letzten Wagen unserer Berg- und Talbahn heute sitzen zwei Mobilitätsthemen: das Aufladen von E-Autos als Teil der Gästebindung und die neue Lust, mehr zu Fuss zu gehen. Rauf und runter geht's auch in Unternehmen, in denen niemand weiss, wer für KI-Fehler im Alltag zuständig ist. Und wenn Sie dann noch von missgelaunten Freunden geärgert werden, dann schicken Sie sie einfach nach Kopenhagen. Dort können Sie "ausprobieren", ob ein neuer Job dort das Richtige wäre…
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
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