Editorial
für hospitalityInside.com geht ein temporeiches und gutes Jahr zu Ende. Viele neue Leser aus der Hotellerie, aber auch aus der Zulieferer-Industrie, von Banken, Projektentwicklern und Hochschulen haben uns ihr Vertrauen geschenkt; und so konnte hospitalityInside.com im November auch einen neuen Besucherrekord verzeichnen - was uns alle im Team mächtig anspornt. Unser Anspruch, den Entscheidungsträgern in der Branche wöchentlich differenzierte Informationen auf Top-Niveau zu bieten, ist mit jeder Ausgabe eine neue Herausforderung. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle explizit bei unserem internationalen Team aus Redakteuren und Experten für ihren Einsatz bedanken - ohne deren Engagement käme dieser interessante Mix schliesslich nicht zustande.
2008 konnten wir das Profil von hospitalityInside schärfen und weiterentwickeln: Unsere Freitag-Ausgabe ist nach wie vor der Kern des Portals, aus dem sich immer mehr wertvolle Synergien und Partnerschaften entwickeln. Wir haben neue Projekte gestartet: Unsere erste Leserreise im Mai nach Dubai war ein voller Erfolg. Auch die Hotelkonferenz der Expo Real München erhielt Best-Bewertungen von den Teilnehmern und von der Messe München. Und als Medienpartner begleiteten wir die Messe Berlin bei ihrer Premiere der ersten "ITB Asia" in Singapur. Nachdem der erste Markenreport mit unserem Partner PKF hotelexperts in München im November erschienen ist, steht als nächstes ein top-aktueller Budget-Report an. Sie können diese Publikationen als Print-Version bei uns bestellen. Die ebook-Versionen der Reports sind in Vorbereitung.
Auch im Jahr 2009 bleiben die beiden Hotelkonferenzen auf der ITB Berlin und auf der Expo Real München unsere Kongressschwerpunkte. Beide Konferenzen spiegeln den Focus von hospitalityInside.com: Sie sind international ausgerichtet, legen Wert auf hochwertige Inhalte, hochkarätige Teilnehmer und verstehen sich als konstruktiv-kritische Plattformen. Sie dürfen wieder gespannt sein auf aktuelle Themen, hochkarätige Panels - und neue Ideen haben wir auch noch! Wir erwarten Sie also in Berlin und München.
In der Verlagsbranche kommt es zur Zeit weltweit zu massiven Entlassungen, die auch die Redaktionen treffen. In den USA sind traditionsreiche Zeitungshäuser wie die Mediengruppe Tribune und die New York Times betroffen, in Deutschland ebenfalls fast alle führenden Verlage. Jetzt droht ein Absinken des redaktionellen Niveaus, wo doch gerade in schwierigen Zeiten aktuelle und fundierte Informationen unverzichtbar sind.
Auf hospitalityInside.com können Sie sich weiterhin verlassen, wir werden unser Team in 2009 noch verstärken. Als anzeigenfreies Medium können wir uns auch weiterhin uneingeschränkt den Inhalten widmen. Und diese fundierten Fachinformationen lassen sich auch in keiner Google-Maschine finden.
Liebe Insider, nachdem wir in den vergangenen Wochen permanent der Krise auf der Spur waren, möchten wir das Jahr heute ausklingen lassen mit einer "krisenfreien", aber nicht minder interessanten und natürlich aktuellen Ausgabe.
Wir hoffen, dass Sie uns auch im kommenden Jahr treu bleiben - und dass hospitalityInside.com auch künftig Ihr "information network" bleibt!
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Die nächste Ausgabe von hospitalityInside.com erscheint am 9. Januar 2009.
wir versuchen heute noch einmal den Auswirkungen der Krise auf die Spur zu kommen: Unsere Korrespondenten in Österreich und der Schweiz haben führende Hoteliers und Experten im Land befragt, aus den USA dringen die ersten konkreten Zahlenprognosen für 2009 herüber. Hierzulande scheint die Wintersaison für die Ferienhotellerie noch "top" auszufallen, Stadthotels leiden dagegen schon unter dem zurückgehendem Geschäftsreiseverkehr. Die Negativmeldungen aus USA muss man trotz aller Brisanz auch noch vor dem Hintergrund sehen, dass man von einem bisher hohen Preis- und Belegungslevel herunterfällt.
Insgesamt ist die Lage im Detail unüberschaubar, niemand kann in der Glaskugel lesen. Psychologisch fatal und teilweise unverantwortlich sind in meinen Augen all die superlativen Negativmeldungen über das drohende Wirtschaftsdesaster, die die Massenmedien täglich neu in alle Welt hinaus posaunen. Wer genau hinhört, vernimmt bei jedem Forecast auch kritische Gegenstimmen - die Wirkung auf den Verbraucher ist jedoch deprimierend. Dieser Art Berichterstattung möchten wir uns nicht anschliessen, sondern auch in 2009 differenzierter der Entwicklung folgen - und Hintergründe liefern, so wie das heute unser Artikel über die Probleme der offenen Immobilienfonds tut.
In München hat zwei Wochen nach dem Tod ihres Mannes Alexandra Schörghuber die Führung der Schörghuber Unternehmensgruppe übernommen. Diese frühe Klarstellung der Verhältnisse signalisiert Mitarbeitern wie Partnern Entscheidungsbereitschaft und Kontinuität - was die Gruppe insgesamt dringend braucht. Auch wenn über den Fortgang in der Hoteldivision noch keine Details bekannt sind, so freut es zu hören, dass die neue Firmenchefin eine freundliche, zupackende und analytische Frau sein soll. Und sie hat ihre Ausbildung in einemHotel absolviert.
Hilton gibt sich mal wieder nebulös, nur aus den Medien ist von einer neuen Lifestyle-Marke zu erfahren. Das Hotel Cipriani in Venedig hat seinen Namen vor Gericht verteidigt, und in den Alpen entsteht schon wieder eine neue Kooperation.
Eine gute letzte Adventswoche wünscht Ihnen
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Ihre Meinung? maria@hospitalityInside.com
die Terroristen-Anschläge auf das Taj Mahal und das Oberoi-Trident Hotel in Mumbai sind Superlative der schlimmsten Art. Es ist eine der grössten Katastrophen, die Hotels je betraf. Der Zusammenbruch des Marriott World Trade Center New York im September 2001, die Angriffe auf das Radisson SAS in Amman im November 2005 und die verheerende Explosion im Marriott Islamabad im September 2008 sollen damit bitte nicht verharmlost werden. Überall starben Menschen, und es floss viel Blut.
Natürlich kann man solche Ereignisse nicht vorhersehen, im Krisenfall aber zeigt sich, ob Unternehmen auch nur im Kern darauf vorbereitet sind. Wir haben den Vorfall zum Anlass genommen, die Krisen-PR-Massnahmen der beiden Hotelgruppen zu hinterfragen. "Spätestens jetzt gehört auch Ihr Krisenmanagement auf den Prüfstand!" fordert unsere Mitarbeiterin Bärbel Schwertfeger Sie, liebe Hoteliers, zu Recht auf. Und wir unterstützen Sie mit einer kleinen Checkliste. Denn Mumbai kann heute überall sein.
Die Finanzkrise hat den ganzen Globus bereits erfasst; und so waren die Feiern zum 80. Geburtstag der Leading Hotels of the World in Boston von Diskussionen und Sorgen über die Zukunft begleitet. Die Convention in der Stadt der Einwanderer brachte auch zutage, wie unterschiedlich die Mentalitäten mit Krisen umgehen: So gaben sich die Europäer eher souverän-ruhig angesichts der drohenden Ungewissheit, während etliche Amerikaner recht hilflos wirkten. Die Leading Hotels selbst zeigten sich gewappnet für den "Run 2009".
Am Galaabend der Leading Hotels hatte ich das Vergnügen, Hans Bruland zum Tischnachbarn zu haben. Seit zehn Jahren führt er das legendäre Hotel The HayAdams in Washington - das "Präsidentenhotel" der Stadt mit dem absolut unschlagbaren Blick auf das Weisse Haus. Der gebürtige Deutsche erzählt ein wenig von der "Nacht der Nächte", dem Wahlabend am 4. November. Und davon, warum sein Hotel in aller Regel "krisensicher" ist.
Solche Begegnungen sind auch lichte, fröhlichere Momente für Journalisten, deren Job es heute ist, stärker den Krisen auf der Spur zu bleiben. Unser Österreich-Korrespondent berichtet heute, in einem ersten Beitrag, von den Auswirkungen der Finanzkrise in der Alpenrepublik. Die Kreditanfragen gehen zurück, Investitionen sind gestoppt, und es wird wesentlich mehr Eigenkapital eingefordert.
Falls Sie sich oder Freunden und Kollegen eine spannende Lektüre unterm Weihnachtsbaum gönnen möchten, sollten Sie einen Blick auf die Rezension zu Stefan Loipfingers Abrechnung mit der Fondsbranche werfen. Das ist Krisenbewältigung der journalistischen Art. Bei Starwood Hotels zeigt die Krise ebenfalls erste Konsequenzen - Entlassungen. Da dürften andere Ketten bald nachziehen, vermute ich.
Es erwartet Sie eine spannende Ausgabe. Lesen Sie selbst!
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Ihr Kommentar? maria@hospitalityInside.com
die Hotelgruppe ArabellaStarwood ist vermutlich das kleinste Problem im Firmenimperium Stefan Schörghubers. Sein plötzlicher Tod am vergangenen Dienstag stellt die Familie und alle Mitarbeiter der Schörghuber-Unternehmensgruppe vor neue, grosse Herausforderungen in ohnehin turbulenten Zeiten. Der Firmenchef verstarb viel zu früh, im Alter von 47 Jahren, und mitten im Umbau der Holding. Die deutsche Hotellerie verliert einen grossen Investor mit Herz. Erst am vergangenen Freitag hat er Schloss Pichlarn in Österreich gekauft.
Die Todesnachricht sickerte während des Dehoga-Branchentages in Berlin durch. Dort kämpfte man gegen belastende Gebühren und für eine Mehrwertsteuer-Senkung von 19 auf 7%, doch der "Stargast" des Tages, die deutsche Bundeskanzlerin, liess sich auf keine Versprechungen ein. Sie gab den Hoteliers jedoch das Gefühl, dass ihre Branche Gehör auf höchster politischer Ebene findet.
In den Kaffeepausen zeigte die Realwirtschaft ihr Gesicht: Die Hoteliers und Gastronomen unterhielten sich über den Kredit-Stopp der Banken, über fallende Preise und das Jahr 2009, von dem wirklich keiner weiss, was es bringen wird. Unsere Kollegin Susanne Stauss widmete sich daraufhin dem Thema Preise intensiv und verglich über die Online-Buchungssysteme einzelne Hotels.
Völlig antizyklisch in diesen Zeiten mutet die Eröffnung des 15 Millionen Euro-Spas in dem bisher nur als Gourmettempel bekannten Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe an. Man will die "krisensichere" wohl situierte Klientel zwischen Hamburg und Dubai anlocken. Dazu hat der Eigentümer erst einmal die Koch-Legende Lothar Eiermann entlassen.
Ausserdem viele spannende kleine News diese Woche.
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Fragen? maria@hospitalityInside.com
Liebe Insider,
seit letzter Woche weiss ich: Die Super-Reichen dieser Welt haben ihr eigenes "Elend". Sie brauchen Cash, bleiben aber in der aktuellen Finanzkrise auf ihren Villen, Yachten und Gemälden sitzen. Neben zwei hochinteressanten Vorträgen zum sinkenden Luxus-Level in den USA während der Leading Hotels Convention in Boston zeigt auch der heutige Beitrag über das veränderte Freizeitverhalten der Österreicher, dass die Krise ihre Wirkung nirgendwo verfehlt. Auch die "breite Masse" reagiert - sie reduziert Parties, Shopping, Wellness und schnuppert stattdessen lieber frische Luft. Die gibt's gratis.
Die Österreicher, Seismograph für Tourismusentwicklungen in Europa, fürchten in den nächsten Jahren u.a. eine Schneekrise. Ihr Wintersport ist nämlich 11 Milliarden Euro wert! Eine enorme Summe für ein kleines Land. Deshalb agieren sie jetzt präventiv und suchen die Allianz mit Wintersport-Partnern.
Guy Dittrich stellte auf der Design Hotel Conference in London fest, dass zwischen den Vorstellungen der Designer und jenen der Hotelbetreiber wahre Kluften liegen. Das ist nichts Neues für Realisten, erhält aber neue Schärfe in der Krise. Momentan scheint es wenig Spielraum für Experimente zu geben.
So ist als ein kleines Experiment auch das Engagement des berühmten Sacher-Hotels in Österreichs Bergen zu sehen: Ab Dezember managt die Grand Hotel-Dynastie das Domizil eines reichen Russen. 19 Zimmer "mit allem". Nur: Der Oligarch verlor viel Geld. Trotzdem bleibt das Sacher an seiner Seite. Man will auf Dauer die berühmte Torte nach Russland exportieren.
Heute brandaktuell: unsere Personalien - vor allem zu Wolfgang Neumann und Moreno Occhiolini. Zwei grosse Manager haben andere Pläne. Und Wyndhams Rudnitsky ist auch schon wieder aufgetaucht...
Viel Spass beim Lesen!
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Fragen? maria@hospitalityInside.com
Singapur will weiter. Der asiatische Stadtstaat rüstet sein touristisches Angebot auf. In die Jahre gekommene Hotels werden (vielleicht) renoviert, zusätzlich entstehen in der Stadt und auf der vorgelagerten Insel Sentosa integrierte Resorts der Superlative. Ein wenig Angst davor, dass milliardenschwere Investoren noch kurzfristig abspringen könnten, herrscht zwar auch dort. Doch noch ist alles im Lot, und die Baukräne wachsen weiter in den Himmel.
Anders sieht es in Europa aus. Hier haben Banken und Automobilhersteller den Staat inzwischen als Notnagel für ihre wirtschaftlichen Verfehlungen entdeckt und schlüpfen ungeniert unter seinen warmen Mantel. Kleinere und mittlere Unternehmen hingegen kämpfen ungeschützt ums Überleben und müssen sich dabei gleichzeitig mit immer neuen Restriktionen herumschlagen. Der europäische Hotel- und Gastronomieverband Hotrec appellierte deshalb bei seinem Jahreskongress in Prag an die Europäische Politik, in finanziell schwierigen Zeiten endlich einen anderen Weg einzuschlagen: weg von einem Übermass an zusätzlichen Regulierungen, hin zur echten Unterstützung der Branche in Form von reduzierten Mehrwertsteuersätzen und Hilfe bei Schulungsmassnahmen. Doch auf diesem Ohr dürfte die Politik wieder einmal taub bleiben.
In dieser Situation könnte es ein kleiner Trost sein, dass dem Tourismus 2009 nach Einschätzung von Dr. Volker Böttcher, Deutschland-Chef des Reiseveranstalters TUI, vermutlich gar kein so schlechtes Jahr bevorsteht. Böttcher ist überzeugt: Urlaub hat in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert, auch 2009 werden die Deutschen sich die "schönsten Wochen des Jahres" nicht nehmen lassen. Die Strategen der TUI haben für das kommenden Jahr den Anteil der 4- und 5 Sterne Hotels im Portfolio für die finanzkräftigen Kunden ausgebaut. Gäste, deren Gürtel eventuell doch enger geschnallt werden muss, erwartet ein grosses Angebot an All Inclusive-Reisen. "2009 wird ein All Inclusive"-Jahr zeigte sich Böttcher bei der Programmvorstellung des Sommers 2009 im marokkanischen Agadir überzeugt. Weitere Schwerpunkte des Programms liegen - ganz im Trend - auf den Themen Best Ager und Umwelt. Die teuren Flugkapazitäten, die dem Reiseveranstalter das Geschäft vermasseln könnten, wurden vorsorglich zurück geschraubt. Und: Die TUI scheut sich nicht, für das kommende Jahr Preiserhöhungen anzukündigen.
Modifizierte Konzepte stellt in dieser Ausgabe von hospitalityInside.com nicht nur die TUI vor, auch Fairmont, Raffles und Swissôtel - inzwischen alle unter einer Mutter vereint - erklären ihre neuen Strategien. Weitere Abstecher führen uns in die Schweizer Spitzenhotellerie und zu einer heissen Übernahmeverhandlung: Starwood Capital plant den Verkauf zahlreicher Luxushotels, darunter die 33 Concorde Hotels an JJW Hotels. Viel Spass bei unserer Reise durch die Welt.
Susanne Stauss
Stellv. Chefredakteurin
Fragen? susanne@hospitalityInside.com
Kurt Ritter und Barack Obama haben etwas gemeinsam: Mit dem Slogan "Yes, I can" versucht der Rezidor-CEO schon seit Jahren seine Mannschaft zu motivieren, und mit "Yes, we can" hat der neue US-Präsident in dieser Woche ein ganzes Volk mobilisiert. Beide kämpfen gegen den Abschwung: Nicht als erste Hotelgruppe musste auch Rezidor diese Woche rückläufige Zahlen bekanntgeben. Doch dazu und zu anderen Auswirkungen der Finanzkrise mehr nächste Woche.
Die heutige Ausgabe löst sich mal ein wenig vom Finanzdebakel. Guy Dittrich fasst noch einmal Statements von der International Hotel Conference in Rom zusammen, wo man trotz Krise auch positive Ansätze für Boutique- und Budget-Hotels fand. Ähnlich der Tenor bei der Hoteldiskussion während der ITB Asia. Hier war es für die Besucher aus "good old Europe" befriedigend zu hören, dass im Boom-Kontinent jetzt auch exakt jene Marktmechanismen greifen wie hierzulande. Sprich: Der Wettbewerb zwischen den Segmenten, Marken und Preisen setzt ein.
In fast allen Diskussionen, denen ich in diesem Herbst lauschte, hörte man Appelle, sich angesichts depressiver Rahmenbedingungen durch "Differenzierung" vom Wettbewerb abzusetzen. Das Fraunhofer-Institut in Duisburg hilft Ihnen vielleicht dabei. Es hat jetzt die ersten zwei "experimentellen Zimmer der Zukunft" fertig gestellt und lädt Neugierige zum Testen ein. Wie fühlt es sich an, wenn ein Roboter den Drink an die Zimmertür bringt? Oder per Knopfdruck das Bidet im Boden verschwindet?
Die Schweizer haben einmal mehr ihren Sinn für hyper-progressive Architektur bewiesen: In Bern eröffnete das Westside, ein Mixed Use-Projekt von Star-Architekt Daniel Libeskind aus Shopping, Spa, Entertainment, Hotel und Wohnen. In dem kantigen Gebäude steckt ein smartes Konzept, und das Holiday Inn ist Teil davon. Dieses Hotel ist erneut ein lebendiger Beleg dafür, dass das klassische "standalone hotel" nicht die ultima ratio ist. Hier geht es um Konzept-Synergien.
Last but not least möchte ich Ihnen heute eine Reihe topaktueller Personalien ans Herz legen und die Cornell-Alumni unter Ihnen auf den entsprechenden Artikel hinweisen. Darin finden Sie u.a. die Termine 2009 in Deutschland an denen Sie sich mit ihren internationalen Kollegen treffen können.
Weil das Jahr langsam zu Ende geht, möchte hospitalityInside.com von seinen Lesern gerne wissen, wie sie unser Magazin beurteilen. Deshalb streuen wir ab heute wieder Testimonials ein. Diese sind für uns eine Riesenmotivation, für Sie Woche für Woche unser Bestes zu geben.
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Ihre Meinung? maria@hospitalityInside.com
war das Gerücht der Woche um den bevorstehenden Steigenberger-Verkauf an Marriott vielleicht ein Rachefeldzug ehemaliger Mitarbeiter? Selbst der Steigenberger-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ralf Corsten, der eher als Strippenzieher im Hintergrund gilt, soll angeblich nichts von diesem Gerücht geschweige denn von derlei Aktivitäten gewusst haben.
Der Spekulation sind also Tür und Tor geöffnet. Mittendrin der dynamische Vorstand André Witschi, der nach den Ereignissen dieser Woche jetzt erstmals einen kleinen Einblick in seine Steigenberger-Strategie gibt. Und die heisst: aufräumen! Zu sehr lastet der Investitionsstau auf der Hotelgruppe, nur langsam kommt man aus alten Verträgen raus. Anne-Marie Steigenberger und ihre Töchter haben lange Jahre vom "Goldrausch" gezehrt, jetzt müssen sie umso mehr Geld in die Hand nehmen, um das Unternehmen wieder attraktiv zu machen.
In Singapur brummten die Geschäfte vergangene Woche: Die 1. ITB Asia war ein voller Erfolg. Die Messe Berlin darf sich freuen über 24% mehr Besucher als erwartet, über positive Kommentare von Seiten der Aussteller wie auch der Einkäufer. Das Vertrauen der Asiaten in die Marke ITB und das deutsche Organisationstalent ist verblüffend gross. Als Deutscher in Asien nimmt man das mit Respekt wahr. Als Medienpartner war hospitalityInside.com die ganze Woche mit vor Ort: Zum Auftakt heute schildern wir Eindrücke von der Messe, nächste Woche hören Sie mehr von der aktuellen Hotelsituation und -diskussion in Singapur und Asien.
In der Schweiz hat der Branchenverbrand Hotelleriesuisse Konsequenzen aus einer Gäste-Umfrage gezogen: Ab 2010 verändern deren Wünsche die Kriterien zur Vergabe von Hotelsternen. Und frei nach dem Motto "weniger Branchenfilz, mehr Objektivität" besetzt der Verband auch seine Gremien mit externen Experten.
Als Wunschdenken entpuppen sich "green meetings", wie unsere Mitarbeitern Simone Spohr herausfand. Das Angebot der Hotels in diesem Segment ist längst noch nicht reif.
Viel Vergnügen beim Lesen und Surfen,
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Ihre Meinung? maria@hospitalityInside.com
auch in dieser Woche sorgt die Finanzkrise für viel Spannung in der Branche. Der Tourismus wird von der jetzt erwarteten Rezession erfasst werden, darin sind sich Reiserveranstalter und Hoteliers inzwischen einig. Weltweit werden die Auswirkungen aber unterschiedliche Gesichter haben. hospitalityInside.com hat für die Ausgabe dieser Woche Stimmungsbilder von verschiedenen touristischen Weltschauplätzen aufgefangen.
Während der Mittlere Osten noch keine Finanzkrise spürt und mit steigenden Baukosten, einem Mangel an Facharbeitern und an hochwertigem Baumaterial von ganz anderen Sorgen geplagt wird, war die Stimmung auf der International Hotel Conference vergangene Woche in Rom deutlich eingetrübt. Doch unser Korrespondent Guy Dittrich stiess dort nicht nur auf pessimistische Stimmen, sondern bemerkte auch kleine Hoffnungsschimmer. Vor allem die grossen Hotelketten sehen in der Krise auch eine Chance, aus der ihre Marken gestärkter hervor gehen können. In Krisenzeiten, so der allgemeine Tenor, setzen Verbraucher mehr denn je auf Vertrautes und auf die Sicherheit, die starke Marken ihnen bieten.
Die Branche hat - nicht zuletzt auch durch die Ereignisse vom 11. September - gelernt, mit Krisen umzugehen. So sind die Ergebnisse unserer Umfrage zum Thema "Sales & Marketing in der Krise" geradezu erfreulich. Keine Hotelkette sprach von geplanten Preissenkungen - und das, obwohl alle sicher sind, dass die aus der Finanzkrise resultierende Wirtschaftskrise auch ihr Unternehmen erreichen wird. Mit Unterstützung der in den vergangenen Jahren etablierten "Frühwarnsysteme" wie Yield- und Revenue-Management haben die Hoteliers ihre Buchungen im Blick, fallen bei Stornierungen nicht aus allen Wolken und können sich rechtzeitig darum bemühen, ihre Betten mit anderen Zielgruppen zu füllen.
Die Raten drastisch zu senken, schliessen sie aus. Es hat, so ihre Erkenntnis, in vergleichbaren Situationen einfach zu lange gedauert, bis diese nach der Erholung aller anderen Märkte wieder oben waren. Hoffen wir, dass die Hoteliers diese Einsicht auch durchhalten können.
Während ich diese Zeilen schreibe, erforscht Maria Pütz-Willems am anderen Ende der Welt auf der ITB Asia Stimmung und Trends. Mehr darüber dann auch in den nächsten Wochen. Viel Spass beim Lesen!
Ihre Susanne Stauss
Stellv. Chefredakteurin
Fragen oder Anregungen? susanne@hospitaltyInside.com
die aktuelle Finanzkrise hat auch die Aktienkurse von Hotelketten in den Keller geschickt - Wyndham beispielsweise hat 75% verloren! Trotzdem, so beruhigt unser Mitarbeiter und Ökonomie-Experte Prof. Macy Marvel von der EHL, gibt es keinen Grund für Übernahme-Spekulationen in der Branche.
Die Expo Real München vergab in diesem Jahr erstmals einen "Green Thinker Award" für verantwortungsvolle Unternehmer und Projektentwickler; unser Mitarbeiter Guy Dittrich traf viele solcher Charaktere im Krüger National Park in Afrika, bei einem Gedankenaustausch über das "Öko-Resort" der Zukunft. Deutlich wurde: Es geht bei dieser Thematik nicht nur um Solarzellen und moderaten Wasserverbrauch, sondern auch um die unterschiedlichen Erwartungen zwischen Investoren und lokaler Bevölkerung.
Nicht der Umweltgedanke, sondern der Wohlfühlwunsch motivierte den Gourmet-Koch Jörg Sackmann aus dem Schwarzwald, ein "Genuss-Spa" zu bauen. Am Ende fliessen aber auch hier "Öko"-Gedanken mit ein: Das neue Spa setzt auch auf regionale Hölzer und heimische Kräuter. Sackmann sensibilisiert seine Gäste für die "Wurzeln" von Aromen und Düften. Eine perfekte Symbiose zwischen Küche und Spa.
Auch die Swiss Deluxe-Hotels planen, zusammen rund eine Milliarde Franken in "Wellbeing" zu investieren. Nachdem reiche Mäzene inzwischen verblichene Grandhotels wieder auferstehen liessen, ziehen nun die gehobenen Mittelständler nach. Ihre Projekte und Pläne sind ein weiterer Beleg dafür, dass die Schweizer Hotellerie jetzt endlich wieder in der Breite internationales, wettbewerbsfähiges Parkett betritt. Das gilt aber leider nicht für die kleinen und mittleren Betriebe in der Schweiz: Ein Viertel von ihnen ist nicht überlebensfähig, sagt eine Studie.
Mit der harten Realität für Arbeitgeber beschäftigt sich heute auch wieder unser Rechtsexperte Joachim Jungbluth: Die Unternehmen haben kaum eine Chance, sich zu wehren, wenn ein Mitarbeiter in Deutschland kurzzeitig seine Familienangehörigen pflegen möchte.
In der nächsten Woche wird Sie meine Kollegin Susanne Stauss an dieser Stelle begrüssen; ich werde in Singapur an der ersten "ITB Asia" teilnehmen und für Sie hoffentlich wieder viele News im Gepäck haben.
Eine gute Woche mit wenig Überraschungen wünscht Ihnen
Ihre Maria Pütz-Willems
Chefredakteurin
Ihre Meinung? maria@hospitalityInside.com