HI+Aktienkurs-Entwicklung der Woche 09/09/16 - 15/09/16
Veränderung zur Vorwoche in %



Paris. Hotelwerte fallen um 20% bis 60%, Kapitalisierungsraten schnellen nach oben, Umsätze brechen ein und Liquiditätsengpässe sind an der Tagesordnung... Beim ersten ESSEC "Annual Forum on Commercial and Hospitality Real Estate" am 5. Juni in Paris war die vorherrschende Meinung der Fachleute, dass noch einige Zeit vergehen müsste, ehe Banken wieder in Hotelprojekte einsteigen würden. Der Hotelsektor wird vermutlich darauf warten müssen, bis sich Büroimmobilien und andere Gewerbeimmobilien wieder erholt haben. Zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls drängen die Banken auf Verkäufe, selbst wenn sie dadurch bei den Darlehen Verluste schreiben. Ein aktueller Streifzug durch die Welt der Hotel-Finanzierung.

Nürnberg. Bei der Mehrheit der Unternehmen in Deutschland sind Finanzierungen seitens der Banken noch nicht gekürzt worden. Nur sechs Prozent der Firmen beklagen bisher, dass die Finanzinstitute im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise die Geldvergabe gekürzt, laufende Finanzierungen gekündigt oder
die Kreditvergabe eingeschränkt haben. Damit macht sich die befürchtete Kreditklemme bislang kaum auf dem Markt bemerkbar.

Amersfoort. Noch verhandelt die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Golden Tulip Hospitality Group mit ihren potenziellen Rettern. Dass die Gruppe zerschlagen wird, ist dabei nicht ausgeschlossen. Die Hintergründe für die Schwierigkeiten werden sehr langsam etwas klarer. Golden Tulip selbst schweigt beharrlich.
Lausanne. Die Golden Tulip Hospitality Group hat sich am 31. März unter eine freiwillige Insolvenzverwaltung begeben. Sie verhandelt aber nach eigenen Aussagen mit zwei potentiellen Partnern um den Fortbestand.
London. Mit einem Volumen von 500 Millionen Euro wurde gerade einer neuer Fonds unter dem Namen "Global Hospitality Recovery Fund' für den Erwerb von Luxushotels aufgelegt. Institutionelle wie individuelle Investoren sollen sich beteiligen. Gesucht sind notleidende Immobilien mit einem negativen Cash-flow, überfällige, verkaufte Assets, im Wert gefallene Immobilien mit negativer Equity und Immobilien, deren Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Zürich. Zusätzlich zum Schweizer Bankgeheimnis, das von vielen Seiten unter Beschuss ist, wankt das Recht der sogenannten Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer. Gemäss dem Willen der Zürcher Stimmberechtigten wird dieses 2010 abgeschafft. Dies beflügelt nun die Gegner der Pauschalbesteuerung in anderen Kantonen. Falls dies reiche Ausländer davon abhält, ihren Wohnsitz in der Schweiz zu beziehen, würde dies auch die Luxus-Hotellerie tangieren. Etliche Hotels wurden und werden mittels Luxuswohnungen im oder neben dem Gebäude finanziert.
Frankfurt/M. Der 40. Fonds, den das in Dänemark beheimatete Immobilien-Investor Euro Ejendomme auflegt, wird von Frankfurt aus gesteuert werden. Es ist der erste institutionelle Fonds, den das Unternehmen von Deutschland aus auflegt. Angekündigt worden war der Fonds bereits im Oktober letzten Jahres; jetzt wurde weitere Details bekannt.
Mönchengladbach. Seit Januar befindet sich die NewGen AG, Mönchengladbach, auf dem Wege der Abwicklung. Das Firmen-„Überbleibsel" aus der gescheiterten Übernahme von Dorint Hotels durch Accor S.A. hat den Squeeze Out jetzt endgültig eingeleitet.