Editorial

Editorial

Vom Blackout zum Neujahrs-Optimisten
16.1.2026

Liebe Insider, 


willkommen im 21. Jahr von HospitalityInside. Herzlichen Dank für die Glückwünsche auf LinkedIn und das Lob zum 20-Jährigen! Immer wieder freitags gibt es für Sie Aktuelles und Hintergründiges: Zum ersten Mal hat Revo Hospitality unsere Fragen nicht beantwortet. Fakt ist, das COO Jonathan Mills und Chef-Developer Martin Stegner das Unternehmen verlassen haben. Und das Pullman Schweizerhof in Berlin, über dessen geplanten Verkauf wir am 19. Dezember berichtet haben, ist auf Booking und auf der Accor-Seite nicht mehr buchbar. Das hat aber andere Gründe.


Blackout in Berlin! 45.000 Haushalte waren vier Tage ohne Strom. Das war ein Neujahrsschock. Und ein Learning für den Berliner Hotelverband. Die Hotels wollten den Betroffenen (noch mehr) helfen, aber die Stadt informierte erst am letzten Tag die Öffentlichkeit, dass sie die Kosten für Hotel-Übernachtungen übernehmen würde. Es lebe die Bürokratie. Susanne Stauss hat die Hintergründe recherchiert und ebenso viel über knifflige Versicherungsfragen gelernt. 


Weiss ist der Schnee, gläsern der Wintersport-Gast und positiv die alpine Zukunft. Die wendigen Österreicher wissen nun durch eine grosse Studie, dass die Saison auch mit weniger Schnee und deutlich mehr Wintersportlern aus den USA ein Erfolg werden kann. Der "Winter made in Austria geht auf Weltreise", schwärmt die Chefin der Österreich Werbung; sie verspricht sich höhere Preise. Fred Fettner war der jüngsten Analyse und den Zukunftsplänen auf den Fersen.  

Im Trubel der Headlines… hospitalityInside ist 20.
19.12.2025

Liebe Insider,


nach diesem anstrengenden Jahr wollte ich in unserer letzten Ausgabe heute entspannte Töne anschlagen, dann hat uns die nüchterne Realität überholt. Diese Woche hat die Union Investment das Pullman Schweizerhof Berlin zum Verkauf freigegeben und will sich vom Pächter Revo Hospitality trennen, dem grössten White-Label-Operator in Europa. Gegen die Kündigung geht der Betreiber bereits juristisch vor und plant, nicht auszuziehen. Ich habe mit allen Beteiligten gesprochen. Positiv: Eine erfahrene Hotel-Managerin arbeitet sich seit einigen Wochen bei Revo als Chief Transformation Officer ein. Wird sie die neue CEO? Ruslan Husry arbeitet an der Unternehmens-Konsolidierung intensiv weiter. 


Negativ für die Treugast, unabhängig vom aktuellen Geschehen: Die Münchner Beratungsgesellschaft hatte Revo Hospitality an der Expo Real aus ihrem Investment Ranking gekickt und dieses kommentiert. Jetzt hat sie eine Unterlassungserklärung gegenüber Revo Hospitality unterschrieben.


Die Gerüchteküche wird heute wieder hochkochen. Bleiben Sie cool! Orientieren Sie sich an Facts & Figures. Der deutsche Hotelmarkt ist so gestresst wie lange nicht mehr, aus vielerlei Gründen. Die Folge: mehr Intransparenz, weniger Glaubwürdigkeit. Dazu tragen rasend schnelle Medien, aber auch in die Ecke gedrängte PR-Agenturen bei. Meine Kolleginnen Susanne Staus, Sylvie Konzack und ich haben Beispiele gefunden. 

 Analysieren, restrukturieren, inspirieren
12.12.2025

Liebe Insider,

im deutschen Betreibermarkt geht's derzeit rund. Wir sehen seit Monaten eine stetig wachsende Welle, die vor allem kleinere Betreiber in den (vermeintlich) sicheren Hafen der grossen White-Label-Operator treibt. Susanne Stauss hat bekannte und sehr aktive Hotelberater gefragt: Wer fällt auf im Markt? Welche Betreiber sind gefragt? Welche Betreiber haben verloren? Wo sind Chancen? Brauchen wir so viele Marken? Gibt für internationale Franchisegeber einen Mehrwert in Mikrostandorten? Unsere Fragen haben beantwortet: Hotour, Nemis, Härle Hotel Solutions und mrp hotels. Ihre Analyse ist kritisch.

Mit hochgezogenen Augenbrauen verfolgen viele in der Branche seit langem den Wandel bei Steigenberger Hotels. Seit einem Jahr ist ein Restrukturierer eingestellt: Dr. Stephan Hungeling. Hospitality ist neu für ihn, er beurteilt die Branche nach Effizienz, nicht nach Gerüchten. Derzeit sortiert er noch unprofitable Betriebe aus, ab 2027 wird Steigenberger gesund weiterwachsen. Vorher greifen bereits die ersten Synergien mit der chinesischen Muttergesellschaft H World Group. Das beginnt mit deutlich niedrigeren Procurement-Konditionen für alle Hotels in seinem Verantwortungsbereich EMEIA. Er strahlt. Er hat noch mehr Pläne.

Perlt kein Champagner mehr?
5.12.2025

Liebe Insider,


der Tourismus ist eine Milchkuh, leicht zu melken von den europäischen Regierungen. Sie haben die Steuern für Hotellerie und Airlines bereits heftig angezogen oder sie verkünden es grade für 2026. Es kracht nur so. Zwei krasse Beispiele: Frankreich will u.a. eine Extra-Mehrwertsteuer von 33% auf Luxusgüter einführen – da prickelt kein Champagner mehr. "Taxed Out" schreien die Briten. Die Passagiersteuer wird bis nächsten April nochmals steigen, die 20% Mehrwertsteuer für den Hospitality-Sektor bleibt. Das hat allein in den letzten neun Monaten 89.000 Jobs vernichtet, sagt der Verband UKHospitality. Nur in Deutschland scheint die Mehrwertsteuer für Speisen zurückgedreht zu werden.


Investoren wie Betreiber sind jetzt schon aufgrund der Kosten-Explosionen auf andere Märkte ausgewichen, nach einem solchen Steuer-Kaltbad könnte der Hotelmarkt in Teilen erfrieren.


Am Ende des Tages ist alles eine Frage der Relation: Der US-Franchisor Choice Hotels will nicht mehr in den USA expandieren, nur noch in Europa respektive EMEA. In einem Mega-Interview über zehn Seiten hinweg betonen Ricardo Losada Revol, Senior VP International, und David Beers, CEO EMEA: Sie wollen mit Europa ein neues Geschichtskapitel schreiben. Sie geben Gas, übernehmen in einzelnen Ländern bereits ganze Hotelbündel; nur Deutschland liegt auf Eis – zu teuer.

Auf Berg- und Talfahrt
28.11.2025

Liebe Insider,


rauf und runter, runter und rauf… So fühlt sich die heutige Ausgabe an. Je nach Land fährt die Hospitality-Branche Berg- und Talbahn. In Highspeed. Wer aus der Kurve fliegt, meldet Insolvenz an. Wer den Aufwind nutzt, geht an die Börse. Dazwischen gibt es viel Druck und wenig Möglichkeiten.


Familien-geführte Hotels oder kleine Hotelgruppe haben es oft noch schwererer als Kettenhotels, und das gilt nicht nur für Italien. Ihr Plus sind oft hervorragende Lagen, ihr Minus das Loch in der Kasse. Ausländische Investoren, meist Private Equity, wittern hier viele günstige Assets von deprimierten Familien zwischen Strand und Berge, von Hostels bis Boutique-Lifestyle-Hotels. Und sie sehen die neuen Flugrouten, die immer mehr Reisende ins Dolce-Vita-Land bringen.


In und nach Deutschland steigen immer weniger Geschäftsreisende ins Flugzeug ein. Das spürt das Serviced-Apartment-Segment. Das Verhältnis von Business zu Leisure hat sich in diesem Jahr komplett gedreht, und die Volatilität der klassischen Hotellerie legt sich jetzt auch über diesen Unterkunftstyp, den Investoren trotzdem noch mögen.

KI, KI, KI – wie lange hält der Hype noch an?
21.11.2025

Liebe Insider,


die KI-Blase wird platzen, die Frage ist nur wann. Diesen Satz hat unsere Autorin Sarah Douag an den Anfang ihres Artikels heute gestellt. Warum? Die KI-Blase ist inzwischen 17-mal grösser ist als die Internet-Blase, warnt der Internationale Währungsfonds. In die Nische "KI" wird viel zu Geld investiert, merken auch Kritiker an. Zu den Investoren gehören auch Tech-Companies aus der Hospitality-Branche wie RateGain und Mews, die in Übernahmen investiert haben, aber auch Marriott, Accor, Iberostar und andere investieren in dieses Feld.


Alle wetten auf Wachstum, rund um den Globus. Grösster Profiteur von den massiv anschwellenden Investitionen in KI-Anwendungen oder Rechenzentren ist der amerikanische Chip-Gigant Nvidia. Als erstes Unternehmen erreichte es im Oktober einen Börsenwert von 5 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Das BIP von ganz Deutschland lag 2024 bei 4,3 Billionen Euro.


Hustet der globale Chip-Hersteller, zittert die ganze Blase. Gestern konnte er glücklicherweise positive Q3-Ergebnisse berichten. Es bleibt trotzdem heiss. In diesem internationalen Kontext ist Sarahs brandaktueller Artikel heute ein grosser Gewinn.

Shutdown-Drama und Leisure-Freuden
14.11.2025

Liebe Insider,


der US-Shutdown ging gestern nach 43 Tagen zu Ende. 31 Millionen Dollar pro Tag haben die Hotels in den wichtigsten Wochen vor den Festtagen verloren. Über 6,7 Millionen Übernachtungen sind weg. Nun kommen die Hotels ins Schleudern, ihre Liquidität schmilzt dahin. Viele Betreiber können ihre Fixkosten nicht mehr zahlen. Belegung und Einnahmen werden sich erst im nächsten Quartal erholen – falls es im Januar keinen erneuten Shutdown geben wird.


Zentraleuropa steckt aus anderen Gründen in der Krise, Südosteuropa feiert sich: Die Lust auf Leisure steigt in Albanien (der zweite Flughafen ist da), Griechenland strahlt nur noch und Kroatien will Ganzjahres-Destination werden. Mit den Superlativen kommen auch die Diskussionen um die ersten Wachstumsgrenzen.


Auch Deutschland bleibt begehrt – von ausländischen Gruppen. CityBox Hotels aus Norwegen, mit nur zehn Hotels in den Nordics, will seine Budget-Marke in City-Premium-Lagen integrieren. In allen grossen Städten. Ein Portrait aus Facts & Figures. Und mehr aus dem Norden: Der Vierer-Deal von Pandox, Eiendomsspar, Dalata und Scandic ist offiziell freigegeben. Dieser Integration zu folgen, wird spannend werden.

Franchise-Debatte, Barceló-Expansion und Überraschungen
7.11.2025

Liebe Insider,

das Bild von der Karotte vor der Nase des Esels trifft einen wunden Punkt bei Franchise-Deals: Key Money ist kein Cash zur Selbstbedienung, sondern ein zurück zu zahlender Kredit. Darüber hinaus denken die Hoteliers über kürzere Vertragslaufzeiten nach und glauben nicht mehr bedingungslos an die Vertriebsmacht der Franchisegeber und ihrer Marken. "Wir müssen flexibler werden, neu denken", forderte der Anleger-Vertreter Martin Schaller von der Union Investment einfach alle auf. Hyatt, Maritim, Louvre und Borealis warfen sich mit Leidenschaft in die Diskussion an der Expo Real-Konferenz vor vier Wochen. Susanne Stauss hat mitgeschrieben.


Raúl Gonzalez, CEO EMEA der spanischen Barceló Group, wirft sich ebenso mit viel Energie in die Planung der Europa-Expansion. Klar wird sie sein und gewürzt von Opportunitäten. Endlich geht's los, mit den zentraleuropäischen Ländern zuerst, mit Leisure und einem Milliarden-Budget allein für die nächsten drei Jahre. Zu den diversen Verträgen hat er eine eigene Meinung: Bevor er schlechte Verträge unterschreibt, kauft er lieber Immobilien. Ich habe ihn letzte Woche in Paris getroffen.


Die Amsterdamer Architektin Sanne van der Burgh, die wir schon mal als quirlige Querdenkerin vorgestellt haben, hat Sarah Douag nun "CarbonSpace" vorgestellt – ein neuer Carbon-Kalkulator, den Hoteliers wie Architekten von Planungsbeginn an mit einbeziehen können. Es ist ein Open Source-Tool, kostenfrei und leicht zu händeln.

Tief tauchen und besser weiterschwimmen
31.10.2025

Liebe Insider, 

Family Offices mögen Hotels, weil diese ebenfalls Unternehmertum mit Leidenschaft vermitteln, ebenso wie Werte und Lebensart. Deshalb lassen sie Hotels in der Krise auch nicht im Stich. "Sie sind immer da und waren nie weg", brachte es Philipp Linder von der Hotour kürzlich in einem Gespräch auf den Punkt. Rund 13.000 dieser anlagefreudigen Vermögensverwalter gibt es in der DACH-Region, aber sie sind scheue Rehe. Umso interessanter, was Beatrix Boutonnet aus einem Family Office Real Estate Report herausgelesen hat. Auch diese Investoren erweitern ihre Perspektive.


David Etmenan, Gründer und CEO von Novum Hospitality, ist – wie alle wissen – seit 1,5 Jahren dem "System IHG" angebunden. Langsam greifen Massnahmen, zarte RevPAR-Steigerungen sind sichtbar. Aber er muss sich selbst noch in Geduld üben. "Wir befinden uns noch im Onboarding". 84 Hotels sind bisher integriert. Er fühlt sich gut aufgehoben bei IHG und umso mehr Energie setzt er frei für seine neue Rolle als Developer und Createur einer Owner-Operator-Plattform.  Er baut jetzt über Novum Real Estate seine eigene Pipeline auf. Sie wächst. Seinen persönlichen Stresstest hat er überstanden. 


Der deutsche Markt befindet sich leider immer noch im Stresstest. Und so geht es auch vielen Führungskräften in der unendlichen Leidenswelle. Mitarbeitende erkennen oft nicht die Belastung ihrer Chefs, aber sie fühlen es. 43% von ihnen kündigen, wenn der Vorgesetzte autoritär ist, sagt eine Studie.

Miseren, Träume, Love Brands, nackte Fakten
24.10.2025

Liebe Insider,


der Traum von permanent steigenden Raten ist ausgeträumt. Verdienen kann man allenfalls noch durch Leisure. Und wissen die Investoren überhaupt noch, wer nach einer Übernahme ihr neuer Betreiber ist? Die "Null Profit"-Diskussion an der Expo Real-Konferenz zeigte in vielen Facetten, wie die Operative strampelt. Die Misere dreht sich im Kreis. 


Erst Love Brand, dann Branded Residence. Offenbar machen einige Marken die Residence-Käufer und -Bewohner doch noch glücklich. Accor pusht seit diesem Jahr massiv das Thema Private Living: anders als im gleichen Markenhotel nebenan länger und komfortabler zu wohnen und mehr von seinen Services zu geniessen. Eine wohlhabende junge Generation aus Business-Nomaden und Mixed Use machen es möglich. Und Accor ist, soweit ich das sehe, die erste Kette, die das ursprüngliche Luxus-Modell nun bis auf Midscale herunterbricht. Ein Lichtblick. 


Die Sonne scheint seit diesem Sommer wieder über Hotusa. Der Kauf von neun Silken-Hotels war das Signal, dass die spanische Gruppe ihren 241 Millionen Euro-Covid-Kredit abgearbeitet hat. Die Skalierbarkeit ist wieder da: Still hat Hotusa über Eurostars 178 Hotels in Spanien und über 260 Immobilien in 19 Ländern aufgebaut. Und noch einmal mehr zahlt sich aus, dass Hotusa immer noch seinen eigenen (!) OTA im Hause hat. Sarah Douag hat sich diese relativ unbekannte Firma näher angeschaut. Vom Schuldner zum Deal Maker.

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