Editorial

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Im Trend: Trüffelsucher, Umdenker, Extrem-Abenteurer
17.10.2025

Liebe Insider,


die Expo Real ist vorbei, wir machen noch eine kleine Nachlese samt Statements und fassen die jüngsten Transaktionszahlen zusammen. Zehn Tage nach der Expo (gestern) kauft Whitbread für die Marke Premier Inn 1.538 Zimmer von Gorgeous Smiling Hotels, franchisefrei. So verliert Wyndham fünf Super 8, Accor 1 Mercure und GSH 2 Häuser der Eigenmarke elaya. 


Es sind also nicht nur hungrige Pac-Men unterwegs in diesen Zeiten, sondern auch Trüffelsucher. Zu diesen gehört ebenso Motel One, die die Übernahme von sechs guten Fleming Hotels am ersten Messetag verkündeten. Sind Motel One/Cloud One und Premier Inn jetzt auf gleichen Pfaden unterwegs? Und wo bleibt Accor?


Viele Spanier können ihren Urlaub auf den eigenen Inseln nicht mehr bezahlen, wie unsere Sommer-Saison-Bilanz vor fünf Wochen herausfand. Das wird noch krasser werden: Investoren lassen 70% ihres Kapitals in 4- und 5-Sterne-Assets fliessen. 3-Sterne-Hotels ziehen nach. Alles geht nur noch aufwärts, und schnell… 

Eine bereinigende Expo Real-Woche
10.10.2025

Liebe Insider,


der Lärmpegel in den Hallen der Expo Real war schon am ersten Morgen hoch. Am zweiten Tag waren die S-Bahnen hoffnungslos verstopft… Über 42.000 Besucher, mehr als erwartet, zählte die Messe München. Redebedarf bestand überall. Die Asset-Klasse Hotel bleibt begehrt bei Investoren, obwohl Neubauten, vor allem Resorts, momentan für tot erklärt sind. Für Betreiber wird Hotel zum Problemkind. Null Profit lässt alle zittern, ebenso die Markt-Bereinigung in Highspeed. Expansion gibt's nur noch im "Betreiber kauft Betreiber"-Stil. Deutschland gilt momentan als sehr schwieriges Land. Aber die Ausländer glauben einfach an den grössten Markt in Europa.


Die nicht-deutschen Investoren stehen schon auf Start, wie einst nach Lehman: Sie warten auf Pac-Man. Er hat noch Hunger. Was er auf dem Teller liegen lässt, wird trotzdem aufgepickt werden, zum 15-fachen? In den Diskussionen der Hotelkonferenz spürte man das Ziehen und Zerren von allen Seiten.  Franchise: die Fees müssen runter, Verträge kürzer werden. Pacht: Kann der Investor sich wehren, wenn nach dem Betreiber-Wechsel eine neue, unerwünschte Marke kommt? Wir haben noch sehr viel zu berichten von den hochinteressanten Diskussionen an der sehr gut besuchten Konferenz "Hospitality Industry Dialogue". Susanne Stauss startet heute mit einer fünf Seiten langen, ausführlichen Beschreibung zum Thema Markt-Bereinigung und notierte die Erfahrungen von sieben Führungskräften von Covivio, Art-Invest, Whitbread, Revo Hospitality, IHG, Motel One und Erste Group.

Alles im Fokus, alles im Griff
3.10.2025

Liebe Insider,


"Wir fokussieren uns". Diesen Satz habe ich in den letzten Monaten sehr häufig gehört. Ja, in drei Tagen startet die Expo Real München, ein Pulsmesser für Investoren, Developer und Betreiber. Auf diese Messe fokussieren sich viele unserer Leser. Wie kommen wir aus der Krise? Antwort: Durchs Fokussieren auf den Geschäftskern, und durch hohe Flexibilität.


Es gibt keine Blaupausen mehr für Deals, jedes angestrebte Projekt muss auf Herz und Nieren geprüft werden, einzeln und intensiv, von Seiten aller Beteiligten. Eine Analyse europäischer Transaktionen in der ersten Hälfte dieses Jahres zeigt: Einzel-Transaktionen schlagen Portfolios. Die Lifestyle Hospitality Capital Group, Accor, Motel One und Limehome haben schon an der Hotels Tomorrow Unconference in Paris über "neue" Deals diskutiert. Den perfekten Deal gibt es nicht mehr. In unsicheren Zeiten gewinnen nur solide Verträge, opportunistische Investitionen und Effizienz. Beatrix Boutonnet macht Mut. 


Auch Scandic Hotels fokussiert sich. Die grösste Kette in den Nordics, mit 280 Hotels weder klein noch ganz gross, hat inzwischen sieben Hotels in Deutschland eröffnet, Schritt für Schritt. Ihre Heimatregion bleibt der Treiber, selbst wenn nächstes Jahr noch 54 europäische Häuser aus dem Dalata-Deal dazukommen werden. COO Laura Tarkka gibt uns einen Einblick in die Prioritäten der skandinavischen Kette, für die allein das mittlere Marktsegment noch enorme Chancen bietet. 

Die Kraft des Quadratmeters und der KI
26.9.2025

Liebe Insider,


vergessen Sie die Performance-Daten, konzentrieren Sie sich auf den Umsatz pro Quadratmeter (RevPSM). Für Insider nichts Neues, aber in den Niederlanden wird es eine Strategie. Weil die Kostenberge hoch sind und ab 2026 die Mehrwertsteuer auf 21% steigt, muss jeder Quadratmeter entweder Einnahmen bringen oder das Gästeerlebnis verbessern. Das ist eine krasse Denk-Wende, aber vielleicht auch eine richtige. 


Krass, aber absolut sinnvoll war die Einbindung von KI auf der Suche nach illegalen Unterkünften in Ibiza. Innerhalb eines Jahres half die neue Technologie, über 2.800 Unterkünfte mit über 14.500 Betten aufzuspüren. Mallorca will das Ibiza-Modell bereits übernehmen. Beide Themen spürte Sarah Douag auf – lesenswert.


Von Nantucket Island, dem teuersten Sommer-Ziel in diesem Jahr, eine Flugstunde von New York entfernt, kam Macy Marvel zurück. Exklusiv für uns sammelte er in dieser Idylle der Reichen und Berühmten Stimmen zur aktuellen "Lage der Nation". Fette Yachten versinnbildlichen den einen Pol, eine Razzia der ICE (Immigration and Customs Enforcement) mit der Festnahme von 12 Arbeitskräften den anderen. Die Nation ist nicht mehr "united", MAGA bröckelt. 

Ein Ziehen und Zerren im Markt
19.9.2025

Liebe Insider,


das Programm der Expo Real-Hotelkonferenz liest sich fast wie ein Krisenprogramm. Zumindest empfand ich es so heute so, nachdem die Themen stehen und wir auf die letzten Zusagen warten (Details und Namen auf unserem öffentlichen Marketplace und natürlich auch auf der Expo Real-Webseite). Die Branche ist dabei, sich strukturell zu verändern, deshalb herrscht im Markt ein Ziehen und Zerren, und das spiegelt auch unsere heutige Ausgabe. 


Positiv entwickelt hat sich die Aufmerksamkeit gegenüber den Mitarbeitern. Ohne Service kein Mehrumsatz. Deshalb wächst – endlich – auch die Selbstkritik der Arbeitgeber. Und die jüngeren Investoren hören neugierig mit. Während die weisen Männer immer noch dem zweistelligem ROI hinterher hecheln, definieren die Jungen "Human Capital" inzwischen anders. Unsere 90-minütige Breakout Session bei Hotels Tomorrow im Juni war für dieses Thema ein Versuchsballon gewesen; er flog. 


Die teilweise einbrechende Sommer-Saison, über die wir vergangene Woche berichtet haben, führt auch zu Fragen nach noch zuverlässigeren Forecasts. Last-minute und last-second Buchungen sind ja schon der Alltag, wie aber können Hotels von kurzfristig umgeleiteten Reiseströmen profitieren? Durch die Analyse von Flugdaten. Diese lassen sich bis auf Hotel-Ebene runterbrechen. Sie wollen doch wissen, wie viel Frühstückstische mehr Sie im November eindecken dürfen?  

Der Wandel hat die Sommer-Saison erreicht
12.9.2025

Liebe Insider,


der Wandel ist da, die Urlaubsmuster brechen zusammen… Das sind die Überschriften der beiden Artikel über die aktuelle Sommer-Saison. Vier Autoren beschreiben das Stimmungsbild in acht Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien, Italien, Frankreich, Belgien und die Niederlande). Kein Land jubelt, der positiven Nachricht folgt immer ein "aber". Deutschland bewegt sich im Rückwärtsgang, das war zu erwarten. Die Italiener freuen sich über den Sommer, aber die Berge laufen den Stränden den Rang ab. Spanien bleibt der Sonnenschein in Europa, Frankreich bekommt eine kalte Dusche. 


Was mich bewegt hat: Spanier und Franzosen beklagen, dass sie sich einen Insel-Urlaub im eigenen Land nicht mehr leisten können. Ist das der nächste Trigger für noch mehr Proteste gegen den Tourismus? Was mich schon länger ärgert: Immer wieder ziehen Verbände wie Hotelgruppen den Vergleich 2025 zu Vor-Covid. Hallo, das funktioniert nicht mehr. Die Hotellerie arbeitet heute in einem völlig anderen Rahmen, den man selbst 2019 nicht erahnen konnte. Machen Sie endlich Schluss mit diesen unlogischen Rückschlüssen! Glänzende Zahlen im grossen Volumen sichern die Show, aber nicht den Gewinn hinter der Bühne. 


In Italien lenken die internationalen Hotel-Investoren ihr Kapital bereits in weniger und neue Segmente um, z.B. in Outdoor-Tourismus, neue Hosteltypen, Branded Residences und Serviced Apartments. Kurz: Sie investieren für die Geldbeutel kleiner Leute und die prallen Portemonnaies der Wohlhabenden. Das Kapital folgt der sozialen Schere. Massimiliano Sarti über den jüngsten Immobilien-Trend in seinem Heimatland. 

Details verändern Storys
5.9.2025

Liebe Insider,

vor einem Jahr spielten auch Hoteliers noch mit ChatGPT auf dem Sofa, jetzt überholen sich die KI-Assistenten schon gegenseitig. Es geht um die Macht über die Reisebuchung. SEO, die Internet-Suchmaschine, die jeder jahrelang mit Buzzwords füttern musste, um Klicks zu generieren, ist jetzt nur noch das Futter für GEO: für jenen KI-Kollegen, der dem Web-Surfer sofort Antworten und Angeboten kann. Der Begriff dazu heisst Generative Engine Optimization. Unsere KI-beseelte Autorin Catherine Bouchon erklärt heute in einfacher Sprache die Vor- und Nachteile von GEO. Es gewinnen nur noch die besten Storys. 

Die Story des Apartment-Anbieters Staycity ist einfach: Sie basiert auf einem Unternehmen, zwei Marken, drei Apartment-Grössen und einer Kitchenette in jedem Apartment. Die zwei Wachstumstreiber sind Staycity und Wilde. Mit flexibilisierten Erdgeschossen, mehr Service, mehr Food und mehr Qualität werden die Zwillingsschwestern sichtbarer in Europa, immer bitte in Schlüsselstädten. Die Gewinnmarge ist traumhaft.  

Vom Träumen ist Adrian Lindner weit entfernt. Er will aktuell nicht expandieren, dafür die restrukturierte Lindner-Gruppe aus Deutschland weiter stabilisieren. Der Hotelbetreiber ist raus aus der Insolvenz in Eigenverwaltung. Er will das Vertrauen im Markt wieder aufbauen. Der designierte neue CEO (35), dritte Generation in der grossen Lindner-Familie, war von Anfang an als "Projektleiter Insolvenz" mit engagiert. Und er räumt als Führungskraft selbstkritisch und unerwartet offen in unserem allerersten Gespräch "viele Fehler" ein. Und dass die Familie die Nähe zum Unternehmen verloren hatte. 

Milliarden-Entschädigung von Booking nach der Sammelklage?
29.8.2025

Liebe Insider,


ich habe sie vor zwei Wochen selbst gesehen: die unzähligen, unbelegten Strandliegen an der italienischen Mittelmeerküste. Sie sind für mich das Urlaubsbild des Jahres. Weder Einheimische noch Touristen wollen über 30 und schon gar nicht 50 oder 60 Euro pro Tag für Liegen und Schirm bezahlen. Die Beweise liegen wenige Meter weiter im Sand: auf dem Handtuch, unter dem eigenen, kleinen Sonnenschirm, wie die Sardinen in der Büchse nebeneinander. Es ist billiger.


In unserer heutigen, äusserst umfangreichen Ausgabe nach der Sommerpause poppt dieses Thema immer wieder hoch, u.a. auch in den acht Ketten-Bilanzen der vergangenen Wochen wie auch bei mittelständischen Hotelgruppen. Der Konsum sinkt, die Nachfrage fängt an zu bröckeln. Es ist nicht mehr zu übersehen und zu überhören.


Nicht weinen, weiterlesen. Ich habe ein Gute-Laune-Thema für die Booking.com-Hasser unter Ihnen. Mindestens 15.000 Hotels haben sich bis heute der pan-europäischen Sammelklage gegen den OTA und gegen die Bestpreisklausel angeschlossen, meldete die HOTREC gestern. Dazu gehören die grössten Ketten Europas genauso wie die kleinen Pensionen. Der führende Anwalt hinter dieser Klage und Koordinator früherer Booking-Prozesse ist sich sehr, sehr sicher, diesen Fall zu gewinnen. Der Kartellrechtsexperte aus der renommierten deutschen Kanzlei Schneider Geiwitz & Partner erklärt seine Logik in einem sechs Seiten-Interview. Er erwartet eine "zehnstellige Zahl" als Entschädigungssumme. Es geht also um Milliarden. 

Abschalten und umschalten
1.8.2025

Liebe Insider,


wir gehen heute auch in unsere Sommerpause und vermutlich mit der gleichen Frage von vielen: Werde ich überhaupt abschalten können? Müsste ich in diesen Zeiten nicht besser… ??? 


Wesley Paul, der Keynote Speaker bei HOT/Hotels Tomorrow, rät den Führungskräften, veraltete Planungsmodelle aufzugeben und agile Strategien zu verfolgen, um mit diesem temporeichen Wandel überhaupt Schritt zu halten. In Paris erklärte er vor sechs Wochen diese neue Welt, ihre Unsicherheiten und die Folgen für diese Branche. Wir teilen seine Keynote heute mit unseren Abonnenten, in einer leicht bearbeiteten Video-Version. Es ist kein Sommermärchen, aber ein erhellender Moment im Information-Overflow. 


Journalisten träumen nicht, sie folgen der Realität. Und die will Google gerade verändern – über seine KI namens Gemini. Der Gast soll sein Reiseziel nicht mehr selbst surfend finden, sondern die Ergebnisse schlucken, die ihm im unsichtbarem Algorithmen-Mantel vorgeführt werden. In den KI-Vorschlägen aber stecken Google Ads. Der Gigant ist dabei, die Suche und Buchungen komplett zu verändern! Die Opfer sind Reisende und kleinere Hotels. Das findet auch Sarah Douag verheerend. 


Alles ist in Bewegung, vor allem an der Börse. Richard Clarke vom Recherche-Haus Bernstein in London beleuchtet aber mehr als Aktienwerte und Kurs-Manöver. Den Beauty-Contest an der Börse bestanden viele Unternehmen, auch aus der Hotellerie, jahrzehntelang über ihre Wachstumsquoten. Jetzt wollen die Börsianer wissen, wie robust, skalierbar und wettbewerbsfähig ihr Geschäftsmodell im Branchen-Umfeld ist! Beatrix Boutonnet berichtet.  

Grosses Drama, grosse Sprünge, tolle Erfolge
25.7.2025

Liebe Insider,


um Mitternacht zum 1. August will die spanische Regierung durchgreifen: Jeder touristische Kurzzeit-Vermieter, der bis zu diesem Glockenschlag nicht offiziell angemeldet ist, fliegt aus der zentralen Datenbank raus. Bis jetzt haben sich nur 13% listen lassen, es fehlen bis nächste Woche also noch 87%. Das sind 1,1 Millionen Betten – die dann einfach verschwinden würden. Mitten in der Saison. Das riecht nach grossem Drama – zugunsten der Hotellerie. Stellen Sie die Uhr! Sarah Douag mit den Details. 


Fast ganz Europa geht in diesen Wochen in die Sommerferien; bestimmte Destinationen und Städte werden wieder überfüllt sein. Wie hoch ist die Belastung der Bevölkerung in beliebten Touristen-Städten? Österreichs acht Landeshauptstädte suchen und finden Lösungen, z.B. den "Grätzel Tourismus". Das ist "Lifeseeing" statt "Sightseeing". Fred Fettner hat Zahlen, Beispiele und Meinungen gesammelt, wie man den "Erlebniswert" für die Einheimischen neu erfindet. 


Radisson musste nichts Neues erfinden, sondern sprang ins kalte Wasser: Die Kette wollte ihren Investoren partout zwei nachhaltige Hotels im verifizierten Netto-Null-Status vorzeigen – nicht nach eigenen Standards, sondern auch nach der Methodik  von Dritten. Jetzt dienen die beiden Häuser in Manchester und Oslo bereits als Lernplattformen. Sustainability-Chefin Inge Huijbrechts über ihre Erfahrungen: "Ich würde nie behaupten, dass wir perfekt wären. Aber wir sind transparent. Wir teilen, was funktioniert hat und was nicht, und wir fragen uns immer wieder: Können wir noch weiter gehen?"

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